Vorsicht – Giftig!

Diese Seite soll unsere Welpeneltern auf alltägliche Dinge sensibilisieren, die für Hunde giftig sind und gerade ein Hundebaby in lebensbedrohliche Situationen bringen können.

Gerade Kinder müssen aufgeklärt werden, den Hunden nicht einfach „Leckerlis“ zu geben. Es gibt Lebensmittel, die sich für Hunde nicht eignen. Der Garten sollte, vor dem Einzug des Welpen, kontrolliert werden, ob hier giftige Pflanzen wachsen, die man entweder abzäunen oder entfernen muß.

Natürlich macht bei den meisten Dingen die Dosis das Gift, aber wenn etwas erstmal im Hundekörper ist ist, erkennt man das Problem meistens erst, wenn Symptome auftreten. Ein Tierarzt ist immer abhängig von den Angaben des Menschen, der den Hund in die Praxis/Klinik bringt.

Achtet gut auf Eure Hunde, gerade wenn sie im Garten etwas kauen!

Beim kleinsten Verdacht auf eine Vergiftung gilt:

Nicht zögern und sofort zu einer Tierarztpraxis oder in eine Tierklinik fahren!

Bei Vergiftungen kann jede Minute entscheidend sein. ein schnelles Handeln kann Leben retten und den Schweregrad möglicher Folgeschäden deutlich reduzieren.

Prävention ist Verantwortung 

Wir erwarten, dass jede Familie mit Hund ein Giftködertraining absolviert und sich damit frühzeitig damit auseinandersetzt.

Zusätzlich empfehlen wir die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs, um im Notfall ruhig, sicher und korrekt handeln zu können, bis tierärztliche Hilfe verfügbar ist. Erste-Hilfe-Kurse für Hunde werden unter anderem angeboten von:

  • Hundevereinen
  • Tierarztpraxen und Tierkliniken
  • dem Deutschen Roten Kreuz
  • weiteren Rettungsdiensten und qualifizierten Anbietern

Wir bitten jeden sich über passende Angebote in der eigenen Region zu informieren.

Die folgenden Bilder sind anklickbar und enthalten wichtige weiterführende Links:

Schockmoment im Urlaub

Wir möchten diese Geschichte hier veröffentlich, weil dieses Erlebnis uns sehr geprägt hat:

Wir haben unseren Sommer- Urlaub 2022 in Medemblik/ Holland verbracht. In einem wunderschönen Haus an einem der Grachten hatten wir direkten Wasserzugang und Henry war kaum von seinen Bootanlegersprüngen zu bremsen. Gegenüber von uns wohnte eine Familie mit zwei Norfolk- Terriern. Die Besitzerin bewunderte Henrys athletische Wassersprünge und berichtete, dass sie ihre Hunde auch sehr gerne dort schwimmen lassen würde, der Steg aber zu hoch wäre.

Nach dem netten Gespräch wollte die Familie mit den Hunden spazieren gehen und wir hatten uns für abends, zu einem Fussballspiel, verabredet. Das war gegen 13:00Uhr.

Gegen 14:30 Uhr hörten wir eine Frau schreien.

Wir hatten uns ausgeruht und rannten in den Garten. Die Frau war die Dame, mit der wir vorher gesprochen hatten. Der Mann rief uns zu, dass einer der Hunde nicht mehr atme und sie Hilfe bräuchten.

Wir sind blitzschnell zu der Familie gelaufen und ich habe den Hund versucht zu reanimieren. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, was passiert war und kein Familienangehöriger konnte sich klar äußern.

Neben mir saß ein weinendes Kind, was einfach ganz furchtbar war.

Auffällig war nur, daß bei der Herzdruckmassage grünes Wasser aus Maul und Nase lief.

Nach zwanzig Minuten habe ich aufgehört, wollte das eigentlich schon eher tun, aber hatte irgendwie Respekt vor der kompletten Situation.

Ich wusste nur, dass der Hund im Garten erbrochen hat und dann zusammengebrochen ist.

Was war passiert?

Die Familie war spazieren und hat die Hunde laufen lassen. Einer der Hund ist an das flache Ufer einer der Grachten und hat dort getrunken und gebadet. Die Besitzerin hat sich darüber aufgeregt und ist direkt danach in das Ferienhaus und hat den Hund abgeduscht.

Eine Stunde nach der Wasseraufnahme in der Gracht war der Hund tot.

Unfassbar!

In dem Uferbereich der Gracht waren Blaualgen. Der schimmernde, schmierige Belag auf dem Wasser war ganz klar zu sehen. Im Hochsommer auch keine Seltenheit, aber auch wir haben uns darüber nie Gedanken gemacht. Glück war nur, dass Henry dort immer an der Leine war.

Blaualten (Cyanobakterinen) können verschiedene Toxine produzieren. Einige davon können für Hunde lebensbedrohlich oder tödlich sein.

Zwar ist die Mehrzahl der Blaualgen nicht giftig, aber es lässt sich durch Augenschein nicht erkennen, ob Gefahr droht. Je nach Art des Giftes, das entstanden ist, besteht  schon nach kurzer Zeit Lebensgefahr für den Hund, der das Gift aufgenommen hat.

Im Falle des kleinen Terriers war es Microcystin. Die ersten Symptome sind Erbrechen, Durchfall, Gelbsucht, gefolgt von Atemnot, Krämpfen und Schock, Tod.

Ein Urlaub den wir nicht vergessen werden.